Wendelsteinkapelle

Zu Beginn des achtzehnten Jahrhunderts und zuvor, als die Bewohner dieser Gegend noch als leibeigene oder freie Bauern das Land bewirtschafteten, waren sie hauptsächlich auf die Arbeiskraft der Pferde angewiesen. Damit sie trittfeste Zugtiere wurden, weidetet sie ihre Rösser im Sommer auf den Almen. So geschah es, dass dem Bauern Georg Klarer auf den Dorfer Almen unterhalb des Wendelsteines zwei Jungrösser verloren gingen.

Nach langen Suchen gelobte Georg Klarer dort eine Kapelle zu errichten, wo er seine Rösser lebend wiederfindet. Eines Tages wurden die Rösser auf dem Gipfel des Wendelsteins von den Almen aus gesehen. Die Rösser wurden geholt und unverletzt zu den Almen zurückgeführt.

Der Bauer Georg Klarer löste sein Gelöbnis ein und erbaute 1718 auf der höchsten Stelle des Gipfels diese Kapelle zu Ehren und Dank der hl. Mutter Gottes und der Hirtenheiligen Leonhard und Wendelin.

Die Kapelle wechselte in der vergangenen Zeit achtmal den Besitzer und wurde viermal restauriert.
Die Erben von Frau Beil richteten 1968 die Bitte an Herrn Ernst Bernlochner die Pflege der Kapelle zu übernehmen. In dieser Zeit wurden mehrere Reparaturen durchgeführt und ein neuer Altar eingebaut.

Herr Bernlochner, ein Mitglied der Gebirgsschützen, machte 1989 aus Altersgründen den Besitzern den Vorschlag, die Kapelle zur weiteren Pflege der Gebirgsschützen-Kompanie Bayrischzell zu überlassen. Der Vorschlag wurde von beiden Seiten bereitwilligst angenommen. Im Frühjahr 1990 begann von Grund auf eine Renovierung, deren Abschluss mit einer Einweihung und offizieller Übernahme durch die GSK Bayrischzell am 7. Juli 1990 erfolgte. 

 

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